Geschichte

Die Geschichte des Propsteichores

Im Jahre 1886 gründete Ignatz Dunker, Vikar an der Pfarrkirche St. Clemens in Telgte, mit 12 Herren einen Kirchenchor, der sich fast ausschließlich dem Choralgesang widmete. Unter einem der beiden Nachfolger, die als Vikare auch das Dirigentenamt innehalten, wurde zu dem Männerchor auch ein Knabenchor ins Leben gerufen. Damit erfüllte man das Anliegen eines päpstlichen Erlasses von 1903 in dem es u. a. hieß: „Will man Sopran- und Altstimmen verwenden, so haben nach uraltem Brauch der Kirche Knaben diese Aufgabe zu erfüllen“. Sängerinnen war die Mitwirkung im Chor ausdrücklich nicht erlaubt.

Allerheiligen_2.1.1Nach dem 1. Weltkrieg übernahm 1919 Ferdinand Cluesmann mit seiner Einstellung als Organist auch die Leitung des Kirchenchores. Über 50 Jahre lagen die Geschicke des Chores in seiner Hand.

1941 sah man sich aufgrund des 2. Weltkrieges und der damaligen politischen Verhältnisse gezwungen, den Knabenchor durch Frauenstimmen zu ergänzen.

In Folge des liturgischen Umbruchs nach dem II. Vatikanischen Konzil war gegen Ende der 60er Jahre die Arbeit des Chores fast völlig zum Erliegen gekommen.

Mit viel Geduld baute der Nachfolger, Hubert Witte, als ehrenamtlicher Chorleiter in den folgenden Jahren die „Chorgemeinschaft St. Clemens“ wieder auf. Ab 1984 leitete der Organist, Chorleiter und Komponist Gregor Westkemper den Chor. Neben der regelmäßigen Mitwirkung in den sonn- und feiertäglichen Gottesdiensten gestaltet der Propsteichor auch geistliche Konzerte, so etwa anlässlich des Wallfahrtsjubiläums 2004 und im Mozartjahr 2006. Am Ostermontag 2009 trug der Chor die Theresienmesse von Josef Haydn anlässlich des 200. Todestages des Komponisten vor. Vor einigen Jahren zeichnete der Westdeutsche Rundfunk für die Sendung „Kirche im WDR“ einige Chorsätze auf.

Nach 27 Jahren ging im Mai 2011 die Ära Westkemper zu Ende und mit Michael Schmitt wurde erneut ein Vollblut-Kirchenmusiker gewonnen, der mit aktuell 68 Sängerinnen und Sängern das umfangreiche Programm anlässlich des 125-jährigen Jubiläums gestaltet. Höhepunkt war am Hochfest Allerheiligen der Festgottesdienst mit Mozarts großer Messe C-Dur „Credo-Messe“.